I. Diagnostik und Mundhygiene-Beratung
1. Karies-Diagnostik:
Zu Beginn werden alle Zähne auf Karies hin untersucht (nicht alle Bereiche sind dabei für uns zugänglich: z.B. die Zahnzwischenräume), deshalb sollten in regelmäßigen Abständen zusätzliche Röntgenaufnahmen erfolgen.
2. Zahnfleischkontrolle und Parodontitis-Diagnostik:
Zusätzlich werden an allen Zähnen die Taschentiefen gemessen, um möglichst frühzeitig eine beginnende Parodontitiserkrankung festzustellen. Diese Zahnfleischtaschen werden dann während der Prophylaxesitzung mit entsprechenden Instrumenten gereinigt und eine Verbesserung/Veränderung der häuslichen Mundhygienemaßnahmen besprochen. Durch dieses frühzeitige Erkennen und Eingreifen kann eine umfangreiche Parodontitisbehandlung durch den Zahnarzt vermieden werden (für mehr Informationen s.u. „Zahnfleischkontrolle“)
3. Darstellung der Beläge mittels Lebensmittelfarbstoff und Mundhygieneinstruktion
Anschließend werden die Zahnbeläge mit einem Lebensmittelfarbstoff sichtbar gemacht. Beläge enthalten leider viele Bakterien. Diese produzieren Toxine (führen zur Zahnfleischentzündung und Parodontitis) bzw. Säure (verursachen die Karies). Je mehr Beläge vorhanden sind, desto mehr Bakterien befinden sich dort auch. Die Belagsmenge ist jedoch für die Veränderung der Bakterienzusammensetzung von harmlos zu aggressiv verantwortlich, deshalb ist es wichtig mittels Anfärben der Beläge diese Nischen rechtzeitig zu entdecken und durch entsprechende Umstellung der häuslichen Mundhygiene zu beheben bevor diese eine Karies bzw. Parodontitis hervorrufen können.
II. Zahnsteinentfernung / Professionelle Zahnreinigung / Fluoridierung
4. Gründliche Zahnsteinentfernung – auch unterhalb des Zahnfleisches
Durch die Mineralsalze, die im Speichel enthalten sind, werden aus den weichen Belägen harte Beläge und schließlich Zahnstein. Sobald die Beläge jedoch verhärtet sind können sie von dem Patienten Zuhause nicht mehr entfernt werden. Da sich auch bei optimaler häuslicher Mundhygiene immer wieder an den schlechter zugänglichen Stellen (wie zwischen den Zähnen und unterhalb des Zahnfleisches) die Beläge verhärten, müssen diese regelmäßig professionell durch eine speziell auf diesen Bereich ausgebildete Mitarbeiterin (wie z.B. Zahnmedizinische Fachassistentin – ZMF) entfernt werden. Die Entfernung von Zahnstein und harten Belägen sollte sich dabei jedoch nicht auf den Bereich oberhalb des Zahnfleisches begrenzen, da ansonsten die Entstehung von Zahnfleischtaschen, eine so genannte Parodontitis drohen.
Bei der Zahnsteinentfernung wird in unserer Praxis der Einsatz von Handinstrumenten bevorzugt. Dies ist zwar zeitaufwendiger aber auch schonender für den Zahn. Bei besonders hartnäckigen Zahnsteinablagerungen darf gelegentlich auch ein sogenanntes Schall- bzw. Ultraschallgerät angewendet werden. Da diese jedoch die Zahnoberfläche stärker angreifen sollte ihr Einsatz nicht bei jeder Professionellen Zahnreinigen statt finden.
5. Gründliche Professionelle Zahnreinigung aller Zähne und Entfernung von Verfärbungen
Mittels Polierpasten werden nun mit unterschiedlich geformten Bürstchen bzw. Gummipolierern alle Zahnflächen gereinigt und geglättet. Besondere Beachtung finden auch hierbei gerade die für den Patienten schwieriger zugänglichen Bereiche zwischen den Zähnen und unterhalb des Zahnfleisches.
Immer häufiger werden so genannte Sandstrahlgeräte zur Zahnreinigung angewendet. Da diese einen stärkeren Abrieb aufweisen begrenzt sich ihr Einsatz auf bestimmte Zahnbereiche. Sie sollten nicht zwischen den Zähnen bzw. unterhalb des Zahnfleisches angewendet werden, da diese Flächen nicht durch den harten Zahnschmelzmantel geschützt werden und somit jedes Mal ein gewisser Zahnsubstanzverlust hervorgerufen wird. Zusätzlich wird die Zahnoberfläche angeraut, wodurch sich schneller neue Beläge und Verfärbungen bilden können.
6. Intensive Fluoridierung
Fluoride härten die Zahnoberfläche und schützen so besser vor Karies. Die Fluoridierung ist besonders effektiv, wenn alle Zahnbeläge beseitigt sind und so besserer Zugang für die Fluoride geschaffen wurde.
Zudem wird durch die Professionelle Zahnreinigung das so genannte Zahnoberhäutchen (Pellikel) mit entfernt, so dass für die Fluoride ein besserer und schnellerer Zugang in die Zahnoberfläche ermöglicht wird. Die Pellikel-Schicht baut sich kurze Zeit nach der Zahnreinigung erneut auf.
Deshalb findet im Anschluss an die Professionelle Zahnreinigung eine Fluoridierung mit Elmex-Gel oder, falls erforderlich, an besonders kritischen Stellen mit Fluorid-Lacken statt.
III. Abschlusskontrolle durch den Zahnarzt !
Zu guter Letzt erfolgt noch eine Abschlusskontrolle durch den Zahnarzt
Die Prophylaxe ist jedoch nicht nur bedeutend als Vorbehandlung vor restaurativen/operativen Maßnahmen des Zahnarztes, sondern vor allem zur anschließenden Sicherung des Behandlungsergebnisses.
Dabei entscheidet die Qualität der durchgeführten Prophylaxe-Sitzung (Mundhygiene-Beratung und Professionellen Zahnreinigung) maßgeblich das Voranschreiten der Erkrankung.
IV. Zahnfleischkontrolle
Eine regelmässige Zahnfleischkontrolle dient der Erkennung von Gingivitis und Parodontitis
Blutendes Zahnfleisch ist ein typisches Symptom (Anzeichen) einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung).
Eine Zahnfleischentzündung sollte auf jeden Fall behandelt werden, da sie mit der Zeit in eine Parodontitis übergehen kann. Mit Ausnahme der hormonell bedingten Gingivitis sind meist Zahnbeläge für die Entzündung verantwortlich. Durch eine professionelle Zahnreinigung werden sämtliche Zahnbeläge entfernt. Überdies wird während einer Dentalhygiene-Sitzung das Zahnfleisch auf Zahnfleisch-Taschen untersucht. Zahnfleischtaschen sind Anzeichen einer Parodontitis.
Ein regelmässiger Besuch bei einer unserer Zahnmedizinischen Fachassistentinnen (ZMF) bewahrt Sie vor unangenehmen Überraschungen, wie etwa massive Knocheneinbrüche durch eine nicht erkannte Parodontitis, und sichert Ihnen einen möglichst langen Erhalt der Zähne.
Fragen
Warum habe ich trotz guter Mundhygiene eine Parodontitis?
Ungefähr 30% der Bevölkerung sind von der Erkrankung mehr oder weniger stark betroffen. Das Parodontitis-Risiko ist individuell verschieden und nicht nur abhängig von einer guten Mundhygiene. Weitere Faktoren sind:
- Allgemeinen Grunderkrankungen
Zum Beispiel eine nicht eingestellte Zuckerkrankheit
- Einer Störung des Immunsystems
- Stress
- Nikotinabusus
- genetisch bedingte Risikofaktoren
Schmerzt Parodontitis?
In der Regel schmerzt eine Parodontitis nicht. Häufig wird erhöhtes Zahnfleischbluten festgestellt (außer bei Nikotinabusus s.u.). Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis ist eine erhöhte Zahnbeweglichkeit feststellbar.
Bei Rauchern ist die Durchblutung der Mundschleimhaut reduziert. Dadurch ist es möglich, dass trotz einer aktiven Parodontitis/Gingivitis, kein erhöhtes Zahnfleischbluten festgestellt wird.
Mundhygiene
Unsere Praxis ist spezialisiert auf den Fachbereich Parodontologie (Erkrankung des Zahnhalteapparates). Die Parodontitis ist die Hauptursache für den Verlust der Zähne ab dem Alter von ca. 35 Jahre. Grundlage für den Erfolg der Behandlung dieser „Volkskrankheit“ ist eine gut funktionierende Prophylaxe.
Zur Schaffung möglichst entzündungsfreier Verhältnisse vor der eigentlichen Parodontal-Behandlung ist die Mitarbeit des Patienten von ausschlaggebender Bedeutung – um gute Wundheilungsverhältnisse zu schaffen und den Heilungserfolg zu unterstützen.
Die Parodontitis ist eine sogenannte „multifaktorielle“ Erkrankung – sie hat also mehrere Ursachen:
- Die Aggressivität der Bakterien
- Die Menge der Bakterien
- Die Immunabwehrkraft des Körpers
Wird in relativ jungem Alter (unter 45 J.) eine starke Parodontalerkrankung festgestellt, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um besonders aggressive Bakterien handelt. Diese lassen sich mittels einfacher Tests ermitteln (im Labor) und unterstützend antibiotisch behandeln.
Die Hauptursache bei der Entstehung der Parodontitis bleibt jedoch die Menge der Bakterien. Diese hängt unmittelbar mit der Menge des Zahnbelages zusammen. Deshalb ist es so entscheidend, möglichst viel davon zu entfernen.
Zahnbeläge entstehen als Folge von ungenügender Mundhygiene und führen innerhalb weniger Tage zu einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Sie geht, falls nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, häufig in eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) über.
Um dies zu verhindern bzw. wieder in gesunde Verhältnisse zurückzuführen kommt unsere Prophylaxeabteilung zum Einsatz:
- Der Patient wird informiert wie er seine Mundpflege optimal betreiben kann
- Der Zahnstein und Zahnbelag wird gründlich in der Mundhygieneabteilung entfernt
Damit die Parodontalbehandlung auch wirklich zum Erfolg führt sind zwei Faktoren von ausschlaggebender Bedeutung:
- Vor der Behandlung müssen möglichst entzündungsfreie Verhältnisse geschaffen werden
- Nach der Parodontitis-Behandlung muss der Patient regelmässig zur professionellen Zahnreinigung einbestellt werden, um die für den Patienten schwer zugänglichen Bereiche von Zahnstein und Belag zu entfernen
Zu einer effektiven Mundhygiene gehört nicht nur die Pflege mit der Zahnbürste sondern auch, da nicht alle Nischen im Mund von der Zahnbürste – egal ob manuell oder elektrisch – die Pflege der Zahnzwischenräume.
Die richtige Wahl der Zahnbürste:
Ob die elektrische oder die manuelle Zahnbürste die richtige Wahl für Sie ist, kann leider nicht prinzipiell für alle festgelegt werden, sondern ist individuell bedingt.
Grundsätzlich lässt sich der Zahnbelag auch mit der manuellen Zahnbürste gut entfernen.
Die Wahl der Zahnbürste ist dabei noch nicht einmal ausschlaggebend. Viel wichtiger ist die richtige Zahnputztechnik.
1. Die Zahnbürste wird in einem Winkel von ca.45°
Mundduschen:
Das Benutzen einer Munddusche entfernt nur oberflächlich sitzende Speisereste. Die krankheitsverursachende bakterielle Plaque wird jedoch nicht effizient genug entfernt.
Zur Zahnbelagsentfernung müssen Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürsten sowie Zahnpasta eingesetzt werden.
Zur Entfernung der Plaque in den Zahnzwischenräumen sollte zudem einmal täglich Zahnseide, Zahnhölzchen oder sogenannte Interdentalbürsten verwendet werden. Auch hier kann kein einheitlicher Tipp welches Hilfsmittel das geeignete ist festgelegt werden, sondern richtet sich vielmehr nach den persönlichen Mundverhältnissen und wird deshalb von der Prophylaxeassistentin ermittelt und der Patient dann angeleitet.
Mundgeruch-Therapie
Generell richtet sich die Therapie immer nach der diagnostizierten Ursache. Hat der Mundgeruch eine orale Ursache, so erfolgt eine Behandlung ausschließlich durch:
- Die Beseitigung der verursachenden Bakterien
- Eine Sanierung des Gebisses um hygienisch saubere Zustände zu schaffen.
- Mundspüllösungen
Beseitigung der Bakterien
Da sich etwa 60% sämtlicher oralen Bakterien auf der Zungenoberfläche befinden, steht diese im Mittelpunkt der Therapie. Zur Reinigung können sowohl normale Zahnbürsten als auch spezielle Zungenschaber verwendet werden. Die Zunge sollte solange gereinigt werden, bis nur noch wenig Belag sichtbar ist. Vor allem im hinteren Anteil der Zunge befinden sich die Bakterien (bevorzugen feuchte und warme Bedingungen). Würgreflexe während dem Reinigen der Zunge sind recht häufig zu beobachten. Das Schliessen der Augen kann den Brechreiz vermindern.
Durch Parodontitis und Gingivitis verursachter Mundgeruch wird durch mehrmalige professionelle Zahnreinigung bei der Zahnmedizinischen Fachassistentin therapiert.
Die Behandlung von Xerostomie (Mundtrockenheit) ist oft schwierig. Häufig liegt die Ursache der Mundtrockenheit aber in einer Mundatmung, welche durch verengte oder verstopfte Nasenwege verursacht wird.
Sanierung des Gebisses
Offene Karies muss durch den Zahnarzt behandelt werden, da sie perfekten Unterschlupf für Bakterien bietet.
Mundspüllösungen
Zusätzlich zur mechanischen Reinigung ist bei starker Halitosis (Mundgeruch) eine Mundspülung empfehlenswert. Diese sollte sich vor allem durch eine antibakterielle Wirkung auszeichnen. Als effektivster Wirkstoff hat sich dabei Chlorhexidin erwiesen. Dieser Wirkstoff findet sich unter anderem in Chlorhexamed und Plak out. Er sollte jedoch nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden, da ansonsten ein zu massiver Eingriff in die Bakterienflora erfolgen könnte.
Die Zungenpflege
Da sich 60% der oralen Bakterien auf der Zungenoberfläche befinden, sollte diese täglich mit Zahnbürste und evtl. zusätzlich Zahnpasta gereinigt werden. Sollte sich damit der Zungenbelag jedoch nicht entfernen lassen, so stehen zusätzliche spezielle Zungenbürsten oder auch Zungenschaber zur Verfügung.
Sehr intensiver Zungenbelag muss aber auch während der Prophylaxe-Sitzung mittels einer Zungengrundreinigung entfernt werden. Darüber hinaus können auch noch Mundspüllösungen wie Chlorhexamed unterstützend aber auch zeitlich begrenzt eingesetzt werden.
Anlässlich der Dentalhygiene-Sitzung wird, nebst der professionellen Zahnreinigung, die persönliche Mundhygiene kontrolliert und gegebenenfalls durch individuelle Instruktionen optimiert.
Prothesenreinigung
Prothesen (herausnehmbarer Zahnersatz) verhalten sich bezüglich Verfärbungen und Zahnstein-Anlagerungen ähnlich wie natürliche Zähne. Deswegen sollten Prothesen mindestens einmal pro Tag gereinigt werden. Dazu wird die Prothese als erstes unter fliessendem Wasser abgespült. Danach erfolgt eine mechanische sowie chemische Reinigung mittels Prothesenbürste und Zahnpaste. Zur Not kann auch eine Zahnbürste verwendet werden.
Die von der Prothese bedeckte Schleimhaut sollte ebenfalls mit Zahnbürste und Zahnpaste gereinigt werden. Bei Totalprothesen in Oberkiefer sollte unbedingt der Gaumen mitgereinigt werden!
Der Prothesenhalt, die Kaufunktion sowie die Schleimhaut sollten alle sechs Monate durch einen Zahnarzt kontrolliert werden.
Die Kosten einer professionellen Zahnreinigung sind abhängig vom Zeitaufwand. Der Zeitaufwand wiederum ist abhängig vom Ausmass des Zahnsteinbefalls sowie von eventuellen Verfärbungen.
Anlässlich einer Dentalhygiene-Sitzung erfolgt:
Fragen
Bei mir sieht die Zahnbürste bereits nach zwei Wochen aus, als müsste sie ersetzt werden. Die Borsten schauen in alle Himmelsrichtungen. Woran liegt das?
Dies liegt daran, dass Sie viel zu starken Druck ausüben beim Zähneputzen. Richtigerweise sollte mit einem Anpressdruck von ungefähr 150 Gramm geputzt werden. Alles andere führt zu Zahnfleischverletzungen und zu übermässigem Zahnhartsubstanzverlust.
Die Menge der Bakterien hängt unmittelbar mit der Menge des Zahnbelages zusammen. Deshalb ist es so entscheidend möglichst viel davon zu entfernen. Dies betrifft sowohl die professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis (wissenschaftlich ist erwiesen, dass die Qualität der professionellen Zahnreinigung das Voranschreiten der Zahnerkrankungen massgeblich beeinflusst). Die Nischen, die vom Patienten nicht gut erreichbar sind (zwischen den Zähnen und unterhalb des Zahnfleisches) müssen in der während der professionellen Zahnreinigung besonders gründlich gereinigt werden.
Die Zeitabstände zwischen den Zahnreinigungsmassnahmen haben mit dem persönlichen Erkrankungsrisiko des Patienten zu tun. Liegen keine Risikofaktoren wie spezielle Allgemeinerkrankungen (z.B. Diabetes), genetische Disposition (Mutter oder Vater haben schon in jungen Jahren viele Zähne verloren), aggressive Bakterienzusammensetzungen vor, und betreibt der Patient Zuhause eine gute Mundpflege, so liegt der Zeitabstand zwischen 6-12 Monaten. |